Seit 1993
Eine Geschichte, die gemeinsam wächst
1990 ging eine Krankenschwester aus Wierstorf nach Uganda. Drei Jahre später gründeten Mitglieder der Kirchengemeinde Hankensbüttel einen Freundeskreis, um ihre Arbeit zu unterstützen. Daraus sind ein Krankenhaus, Schulen in den Dörfern am Mount Elgon und Ausbildungen für Tausende Waisen geworden.
- in Hankensbüttel gegründet
- 1993
- Waisen mit Schul- oder Berufsausbildung
- über 3.000
- Schulen gebaut oder erweitert
- rund 60
- Kliniken in den Dörfern
- 7
Chronik
Die wichtigsten Stationen aus über 30 Jahren – nach Elisabeth Mwakas Berichten und der Lokalpresse.
1990
Eine Krankenschwester aus Wierstorf
Im Oktober 1990 geht Elisabeth Schulze aus Wierstorf bei Hankensbüttel als Krankenschwester nach Uganda, an ein Health Center der Salem-Bruderschaft. Dort lernt sie einheimische Christen kennen – unter ihnen ihren späteren Mann Erasmus Mwaka.
Gemeinsam besuchen die beiden die abgelegenen Dörfer am Mount Elgon. Die Bamasaaba, die hier zu beiden Seiten der Grenze zu Kenia leben, gehören zu den am wenigsten entwickelten Volksgruppen des Landes. Vom Hof ihrer Eltern in Wierstorf aus organisiert Elisabeth erste Hilfssendungen.
1993
Der Freundeskreis wird gegründet
Mitglieder der Kirchengemeinde Hankensbüttel gründen den „Freundeskreis zur Förderung Christlicher Sozialarbeit in Uganda“. Von Anfang an dabei ist Manfred Wardin. Elisabeth zieht endgültig nach Butiru.
Das Waisenprogramm beginnt: Paten in Deutschland übernehmen Schulgeld und Ausbildung für Waisenkinder. Bis heute betreut der Freundeskreis alle Patenschaften – ehrenamtlich.
1996–2000
Ein Krankenhaus für Butiru
Der Freundeskreis finanziert den Bau des Butiru Chrisco Hospitals mit 50 Betten. Heute ist es ein Überweisungskrankenhaus für den ganzen Süden des Mount Elgon – Patienten kommen bis aus Kenia.
Das Butiru Chrisco Hospital 2001
Die erste Schule
Mit den eigenen Kindern der Mwakas beginnt in Butiru eine Vor- und Grundschule. 2002 besucht Horst Zilmer, Vorsitzender der Stiftung Kinder in Afrika, das Hospital – der Anfang einer engen Partnerschaft. Mit Hilfe der Stiftung entstehen in den folgenden Jahren die Gebäude der Butiru Christian Schools. Heute lernen hier rund 750 Kinder.
Die Vor- und Grundschule in Butiru 2007
Kliniken und Schulen in den Dörfern
Viele Dörfer am Berg liegen weit vom nächsten Krankenhaus entfernt. Ab 2007 baut der Freundeskreis deshalb kleine Kliniken – bis heute sieben, von Rokho bis Musinga.
Im selben Jahr beginnt mit der Stiftung Kinder in Afrika der Bau von Schulen in der ganzen Region, zuerst in Bushiyi. Daraus sind rund 60 Schulen geworden, getragen von der katholischen und der anglikanischen Kirche, von Dorfgemeinschaften und von Butiru selbst.
Eine der Schulen in den Bergen am Mount Elgon 2008
Die Sekundarschule
In Butiru wird die Sekundarschule gegründet. Heute lernen hier rund 1.400 Jugendliche, weitere 350 machen eine Berufsausbildung. Um diese Zeit übernimmt Manfred Wardin den Vorsitz des Freundeskreises.
Die Sekundarschule in Butiru 2016
Lehrer aus den eigenen Reihen
Anfang 2016 beginnt in Butiru die Ausbildung von Grundschullehrern. Im selben Jahr bittet das Bergdorf Bunango um eine Schule: Zwei ehemalige Waisen aus dem Programm, inzwischen Lehrer, unterrichten die ersten beiden Klassen in einem alten Ziegenstall.
Ende 2018 lernen dort schon 364 Kinder in fünf Klassen. 2019 bekommen sie ein Schulhaus mit sechs Klassenräumen – möglich gemacht durch eine Spende von 40.000 Euro aus dem Freundeskreis.
Die ersten Tage der Bunango Primary School Die Bunango Primary School heute Mai 2018
Abschied von Manfred Wardin
In memoriam Manfred WardinAm 28. Mai 2018 stirbt Manfred Wardin – Gründungsmitglied und zehn Jahre lang Vorsitzender. Neuer Vorsitzender wird Karsten Wolpers. Mit den Spenden bei Manfreds Beerdigung entsteht in Buwakoro ein Schulgebäude, das seinen Namen trägt.
Oktober 2018
Der Erdrutsch am Mount Elgon
Anfang Oktober 2018 verschüttet ein Erdrutsch am Markt von Bukalasi, nicht weit von Butiru, drei Dörfer. Mehr als 150 Kinder verlieren Eltern; 53 Vollwaisen ohne Verwandte finden Aufnahme in den Schulen in Butiru und Bushiyi.
In Deutschland wird geholfen: Das erste große Benefizkonzert des Freundeskreises in Neudorf-Platendorf bringt im Januar 2019 5.300 Euro, die Heide-Bäckerei Meyer sammelt mit einer Brotaktion 3.000 Euro. Damit bekommen 25 Familien, die ihren Ernährer verloren haben, je eine Milchkuh.
April 2019
Das Bundesverdienstkreuz
Im April 2019 überreicht der deutsche Botschafter Dr. Albrecht Conze Elisabeth Mwaka in Butiru das Bundesverdienstkreuz – für jahrzehntelangen Einsatz für die Menschen am Mount Elgon. Der anglikanische und der katholische Bischof halten Reden.
Eine Reisegruppe des Freundeskreises ist dabei und weiht in diesen Tagen ein: die neue Schule in Buwakoro, den Heinrich-Müller-Bau mit Schlafsälen für die Schüler in Butiru, eine Grundschule in Luwa im „vergessenen Tal“ und das Schulhaus in Bunango.
Der Vorstand 2019 mit Elisabeth Mwaka: Karsten Wolpers, Christel Wardin, Silke Schönfisch, Evi Evers und Antje Krummel 2020
Hilfe in der Pandemie
Im März 2020 schließen in Uganda alle Schulen, Reisen dorthin sind nicht mehr möglich. Das Team in Butiru verteilt Mais und Bohnen an Witwen und Großmütter, näht Masken und fährt mit Lautsprechern durch die Dörfer, um in der Landessprache über Corona aufzuklären. Das Hospital richtet einen Quarantänebereich ein.
Günther Jauch, der schon viermal in Quizshows für Butiru gespielt hat, schickt 5.000 Euro Nothilfe.
2022–2023
Kühe, Quellen und Kleinkredite
Mehr über die KleinkrediteDie Kleinkreditgruppen der Frauen wachsen: 2019 gibt es sie in rund 20 Dörfern, 2023 schon in 129. Seit Anfang 2022 bringt die Initiative „More Milk“ eines Hamburger Unternehmers Kühe zu den Gruppen – bis Mitte 2023 sind es 489 Tiere.
Das Benefizkonzert „Wasser ist Leben“ im Mai 2023 in Hankensbüttel bezahlt zehn gefasste Quellen, jede versorgt bis zu 150 Menschen. Und mit der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen baut der Freundeskreis seit 2022 auch selbst Schulen, zuerst in Mabale.
Heute
Wo wir heute stehen
Rund 750 Waisen sind derzeit im Programm, 260 Frauengruppen wirtschaften mit Kleinkrediten. Viele, die heute in Butiru Verantwortung tragen, waren selbst einmal Patenkinder. Und der Freundeskreis ist geblieben, was er 1993 war: ein Verein von Ehrenamtlichen – mit Paten, Spendern und Freunden weit über Hankensbüttel hinaus.
Aus Patenkindern werden Fachleute
Der Kreis schließt sich
Viele der Waisen, deren Schulgeld Paten aus Deutschland bezahlt haben, arbeiten heute selbst in Butiru. Richard Gidongo leitet die Verwaltung des Hospitals, Dr. Francis Busiku ist dort Arzt. Die Hebamme Annet Mukite geht mit dem Familienplanungsprogramm in die Dörfer, Derrick Mungoma arbeitet als Clinical Officer.
Andere unterrichten in den Dorfschulen, die sie mit aufgebaut haben, oder bilden als Ausbilder in den „On Skill“-Kursen junge Leute ohne Schulabschluss aus. Und jedes Jahr kommen ehemalige Patenkinder zurück, um bei der Arbeit in Butiru zu helfen.
Die Geschichte geht weiter
„Ihr werdet das schon machen.“
Das hat Manfred Wardin immer gesagt. Jede Patenschaft und jede Spende schreibt die Geschichte von Butiru weiter.
Wer heute dahinterstehtQuellen
Elisabeth Mwakas Berichte „Butiru Christian College“ (April 2019, November 2024) und „Microfinance in Masaabaland“ (Oktober 2026); Artikel aus Isenhagener Kreisblatt, Aller-Zeitung, Gifhorner Rundschau und Wochenanzeiger von 2018 bis 2023; die frühere Website des Freundeskreises.
