Butiru Christian College - Schulen für ein besseres Leben

Wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kann sich nur schwer vorstellen, was in Butiru geschaffen wurde.

Butiru – das ist ein Dorf und zugleich auch ein Bezirk mit ca. 17.000 verstreut in vielen kleinen Dörfern lebenden Einwohnern im ländlichen, bergigen Osten Ugandas. Es liegt ca.1.100 Meter hoch. Das Land ist fruchtbar und das ganze Jahr über grün.

 

Nicht weit von Butiru steigen die Berge an und es beginnt in einiger Entfernung der noch intakte Regenwald um den Mt. Elgon (4.321 m hoch). Der Weg zur nahen Grenze nach Kenia beträgt 15 km. Butiru ist ca. 40 km und eine Autostunde von der nächst größeren Stadt Mbale entfernt. Bis zur Hauptstadt Kampala (Entfernung ca. 225 km) bzw. zum Flughafen Entebbe (ca. 270 km) dauert die Fahrt regelmäßig 5 bzw. 7 Stunden.

Aus kleinen Anfängen ist hier in nunmehr 20-jähriger Arbeit das Butiru Christian College entstanden.

Es ist das Werk von Elisabeth Mwaka, die zusammen mit ihrem Mann Erasmus auch heute das Erscheinungsbild und die weitere Entwicklung in Butiru und Umgebung prägen.

Aus Deutschland wird Elisabeth vor allem durch den „Freundeskreis Butiru“ und durch Stiftungen unterstützt. Während der Freundeskreis Spenden für die laufende Projektarbeit generiert, zeichnen die involvierten Stiftungen, insbesondere die „Stiftung Kinder in Afrika“, vor allem für die Schulbauten verantwortlich.

Heute (Stand Oktober 2016) umfasst das Butiru Christian College selbstverwaltete Schulen für ca. 2.500 Kinder und Jugendliche am Hauptstandort Butiru und den Bergdörfern Bushiyi, Busulwa und Bumbo. Das Angebot erstreckt sich von der Kindergartenbetreuung über die Primary Schools bis zum Abitur in den Secondary Schools. Der Mädchenanteil an den Schulen beläuft auf ca. 50 %. Von den 2500 Schülern sind ca. 600 Waisenkinder. Alle Waisen- aber auch die meisten anderen Kinder und Jugendlichen leben als Internatsschüler auf dem weitläufigen Campus.

Der Alltag ist straff organisiert. Der Unterricht beginnt um 8 Uhr morgens und geht bis 18 Uhr abends. Am Morgen und zum Tagesabschluss gibt es die immer gut genutzte Möglichkeit der Teilnahme an einem selbstgestalteten Gottesdienst, bei dem man tanzen, singen und trommeln kann. Das Leben ist sehr einfach.

Fließendes Wasser gibt es nicht, Latrinen sind die Toiletten. In den Schlafsälen drängen sich 50 bis 80 Personen, das Essen ist nahrhaft aber für unsere Verhältnisse doch sehr eintönig. Dennoch machen die Jugendlichen einen glücklichen Eindruck und finden ihr Zuhause cool.

Ganz wichtig ist, dass der laufende Schulbetrieb kostendeckend ist. Während die Waisen zu einem erheblichen Teil durch Schulpatenschaften aus Deutschland unterstützt werden, müssen die Eltern der übrigen Jugendlichen pro Trimester Schulgeld bezahlen. Für Tages-Schüler belaufen sich die Trimester- Gebühren je nach Altersstufe auf 25 bis 45 Euro, für die Boarding-Schüler auf 75 bis 90 Euro. Für ugandische Verhältnisse ist das viel Geld. Dennoch übersteigt die Nachfrage die Unterbringungs-Möglichkeiten. Der Grund liegt in dem hervorragenden Ruf, den die Schulen genießen. Regelmäßig zählen sie bei landesweit einheitlich durchgeführten Abschlussexamina zu den besten des Landes. 75 % der Abiturienten qualifizieren sich aufgrund des erreichten Notenschnitts direkt für ein Hochschul- oder ein Fachhochschulstudium.   Wer als Abiturient oder später nach dem Studium einen Butiru-Hintergrund nachweisen kann, hat bei der Jobsuche auf dem durch hohe Arbeitslosigkeit gekennzeichneten Arbeitsmarkt signifikant bessere Chancen.

Die Qualität der Ausbildung beschränkt sich nicht nur auf eine anspruchsvolle Vermittlung von Englisch, Mathematik, Geschichte, Politik, Erdkunde etc. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Naturwissenschaften wie Physik, Chemie und Biologie gelegt. Hier ist die technische Ausstattung deutlich besser als an anderen Schulen.

Seit diesem Jahr zählt zudem der Computerunterricht zu einem neuen Schwerpunkt. Seitdem gibt es ein Computer-Lab

mit 40 PCs und drei äußert fitten IT-Lehrern.

Wichtig ist aber nicht nur die Kenntnisvermittlung in theoretischen Fächern. Butiru legt vielmehr auch ein Schwergewicht auf das Erlernen praktischer Dinge. Dazu werden die angeschlossene Farm, die Schreinerei, die Maurerei, die Näherei und die Werkstatt des Schulbusfahrers genutzt.

Wie züchte ich ein Huhn oder eine Ziege? Wie baue ich einen Fensterrahmen? Wie errichte ich ein Fundament? Wie schneidere ich ein Kleid? Wie repariere ich ein Motorrad? Das sind hier die Fragestellungen. Sie sind für alle Jugendlichen wichtig, besonders aber für die, die den hohen Anforderungen für eine weiterführende Schule nicht genügen. Sie erhalten eine längere praktische Ausbildung in ihrem Feld und am Ende eine Grundausstattung: der Schreiner einen Werkzeugkasten, die Näherin eine einfache Nähmaschine usw. Damit kann man in den Heimatdörfern ein kleines Business aufbauen. Und auf was man da zu achten hat, das lernen die Jugendlichen in einem Kurs „How to open a small business in my home village“.

Wie bei uns steht und fällt die Qualität der Ausbildung mit der Motivation des Lehrpersonals und des sonstigen Umfelds. Für beide Faktoren sind in Butiru die Vorzeichen gut. Der gute Ruf zieht engagierte Lehrer an, die Lehrer können sich hier ansiedeln und eine Familie gründen, es gibt so etwas wie soziale Sicherheit. Eine besondere Rolle spielen hier die ehemaligen Waisen. Sie haben Butiru viel – z.B. die teure Finanzierung des Studiums -  zu verdanken und kommen nach abgeschlossener Uniausbildung gern zurück (Zur Information: derzeit studieren 21 Waisen an externen Universtäten/Fachhochschulen). Sie verbreiten einen besonderen Spirit, der alle anderen mitzieht.

Und gerade hat das auf dem eigenen Gelände neu aufgelegte, staatlich anerkannte Lehrer-College für Primary Schools seine Arbeit aufgenommen. Während die Gebäude noch erstellt werden, sind hier -provisorisch untergebracht - bereits im ersten Jahr 156 Lehrer in Ausbildung.

Sie finden - siehe nachfolgend - nicht nur in Butiru Anstellung.

Denn Elisabeth hat nicht nur Butiru zu dem gemacht, was es heute ist, sondern sie hilft in unübertroffener Weise auch anderen.

Man muss sich das mal vorstellen: sie hat inzwischen mithilfe deutscher Stiftungen im näheren und weiteren Umfeld insgesamt ca. 30 (in Worten: dreißig) Schulen bauen lassen, die nun mit ca. 17.000 Kindern und Jugendlichen entweder von staatlichen oder kirchlichen Stellen betrieben werden.

Für Sie, liebe(r) Leser(in) ergeben sich in Butiru viele Möglichkeiten zu helfen:

-          Sie können eine feste Patenschaft für ein Waisenkind über monatlich 30 Euro übernehmen. Darüber können Sie eine persönliche und erfüllende Beziehung zu „Ihrem“ Schutzbefohlenen entwickeln und seine Entwicklung verfolgen

-          Sie können Waisenkinder gerne auch generell unterstützen

-          Sie können sich an einem konkreten Projekt beteiligen. Solche Projekte werden regelmäßig auf der Butiru-Web-Seite vorgestellt

-          Sie können - und das ist hochwillkommen - sich auch selbst einbringen, mit Ihrem Rat und mit Ihrer Expertise, um gemeinsam bessere Lösungen zu erarbeiten.

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