Reiseberichte Uganda

Reisebericht von D. und D. Grosser Juli 2017

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Titus - der Busfahrer - stand mit frisch geputztem Bus vor dem Bürogebäude und wartete auf uns. Freudig stiegen wir ein.

Doch schon der Blick aus der Windschutzscheibe ließ ungutes ahnen. Woher kamen bitteschön diese Risse? Und würde die Scheibe noch halten? Nun, sowohl Titus als auch Elisabeth versicherten, dass dieser Bus - trotz seiner gut 450.000 km - noch recht sicher sei. Er habe nur ab und zu so seine Macken.
Na - das kann ja heiter werden!

Die ersten Kilometer lief es gut. Die Hauptstraße war breit und gut festgefahren. Doch dann bog Titus ab. Die Straße wurde immer enger - und war mit der Zeit weder festgefahren noch glatt.

Ein besonderes Erlebnis - Busfahrten mit dem Schulbus

Ich hatte ja schon manches gehört, von den abenteuerlichen Fahrten mit dem Schulbus aus Butiru. Doch es ist noch mal etwas ganz anderes, wenn man es selber erleben darf (?).
Es begann alles recht harmlos:

So manches Mal habe ich die Luft angehalten, mich am Fensterrahmen festgekrallt und voller Inbrunst mitgebremst. Mein ganzer Körper war angespannt. Doch Elisabeth versicherte mir, dass das bisher noch alles harmlos sei. Auch Titus saß ganz entspannt hinter dem Steuer. Ich fragte mich: Was wird dann noch kommen?

Als erstes kam ein - nun, Berg ist echt zu viel gesagt. Hügel wäre allerdings auch untertrieben. Ich formuliere es mal so: Es kam ein Hindernis, welches der Bus - in seinem Alter und mit den Kilometern - nicht mehr mit voller Beladung erfahren konnte. Zu Deutsch: Der Bus ist einfach zu altersschwach, um diese Steigung mit Fahrgästen zu schaffen.
 

Also hiess es aussteigen und laufen. Leider hatte ich den Foto nicht so schnell zur Hand, um die gigantische schwarze Rauchwolke zu fotografieren, welche aus dem Auspuff kam. Das, was man sehen kann, ist nur ein schwacher Abglanz.
 

Oben wartete Titus samt Bus geduldig auf uns und wir fuhren weiter. Nach einer Zeit kam von Elisabeth der Kommentar: Gleich müssen wir noch mal aussteigen!
Ehrlich? Warum denn? Ich sehe hier gar keinen Hügel!
Nun - das war meine zweite Lektion: man steigt nicht nur an Berghängen aus, manchmal ist es auch sicherer vor Brücken auszusteigen! So fuhr der Bus wieder einmal ohne uns...

Doch es sollte das letzte Mal für diesen Tag sein. Titus lenkte den Bus sehr geschickt und doch recht locker. Er versicherte mir mehrfach, dass diese Fahrt doch recht harmlos sei. Sie hätten in der letzten Zeit vermehrt Situationen gehabt, wo sie mit einer Autopanne liegen geblieben sind und in einem der netten und komfortablen Rundhütten übernachten durften.

Am Ende dieser Fahrt stimmte ich von Herzen in das Dankgebet von Mary mit ein.
 

Den Bus - mittlerweile nicht mehr sauber - nahm Titus wieder mit und ich wusste: bis zur nächsten Fahrt hat er ihn nicht nur geputzt, sondern auch halb auseinander und wieder zusammengebaut! Damit sie auch die nächste Fahrt zu einer der entlegenen Schulen gut bewältigen können.
 

Und doch bleibt die Frage: Wie lange wird Titus den Bus noch reparieren können? Bei 450.000 km kann sich jeder ausrechnen, wie oft Elisabeth dann noch in irgendwelchen Rundhütten am Wegesrand übernachten muss.
                                                      

Christine K.
 

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